Radiologische, Nuklearmedizinische und Strahlentherapeutische Gemeinschaftspraxis
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Radiosynoviorthese

 

Definition

Die RSO ist die nuklearmedizinische Lokalbehandlung chronisch entzündlicher Gelenkerkrankungen mit Hilfe radioaktiver Substanzen.

Grundlegendes

Chronisch entzündliche Gelenkserkrankungen beruhen auf einer dauerhaften Entzündung der Gelenk-Innenhaut. Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, werden nach und nach auch Gelenkknorpel und Knochen zerstört. Bei der RSO werden feine radioaktive Teilchen in den Gelenkspalt appliziert. Die Strahlung dieser Teilchen reicht nur wenige Millimeter weit, so dass nur die entzündete Gelenkinnenhaut gezielt von innen bestrahlt wird. Die Strahlen können den Gelenkinnenraum nicht verlassen und es bleibt der restliche Körper verschont. Auch die Umgebung bleibt völlig unbetroffen, so dass keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Nach der RSO heilt die schmerzende Gelenk-Innenhaut ab und verschwartet - der Schmerz lässt nach.

Anwendung

Nach mindestens sechsmonatiger, nicht ausreichender Basistherapie bei:

  • chronischer Polyarthritis,
  • Psoriarsisarthritis,
  • villonodulärer Synovialitis,
  • anderen rheumatischen Arthritiden,
  • aktivierter Arthrose.
Welche Gelenke können mit der RSO behandelt werden?

Knie, Schulter, Ellenbogen, Hand, Hüfte, oberes und unteres Sprunggelenk, Finger und Zehen.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?

Zur Überprüfung der Indikation sind bestimmte Voruntersuchungen notwendig wie z.B. die Weichteilszintigraphie. Mit dieser hochempfindlichen Technik ist der Nuklearmediziner in der Lage, Entzündungsherde zu lokalisieren und somit zu überprüfen, ob die RSO im individuellen Falle Erfolg versprechend eingesetzt werden kann.
Bereits vorhandene Voruntersuchungen, wie z.B. Röntgenaufnahmen und Ultraschall werden in der Beurteilung mit einbezogen, eventuell entsprechend vervollständigt.

Durchführung

Nach örtlicher Betäubung wird unter Durchleuchtung sichergestellt, dass die Punktionsnadel an der richtigen Stelle im Gelenk sitzt. Anschließend wird eine genau berechnete Dosis des radioaktiven Stoffes direkt in den Gelenkraum appliziert. Das Gelenk wird kurz durchbewegt, um eine gute Verteilung im Gelenkinnenraum zu gewährleisten und nochmals unter Durchleuchtung kontrolliert. Nach der Punktion wird die Injektionsstelle mit einem sterilen Verband abgedeckt und wird das Gelenk 48 - 72 Stunden mit einer Schiene, einer sogenannten "Orthese", ruhiggestellt. Hierdurch wird verhindert, daß radioaktives Material über die Lymphebahnen aus der Gelenkshöhle entweichen kann.

Wann ist mit der Wirkung zu rechnen?

Durch die Injektion des Radionuklids tritt zunächst eine beabsichtigte kurzzeitige Bestrahlungsreaktion auf, wodurch die verdickte, entzündete Gelenkinnenhaut verschorft. Im Laufe der darauffolgenden Wochen bildet sich diese Innenhaut bis zu einer fast dem Normalzustand entsprechenden, dünnen Gelenkbekleidung zurück. Abnahme der Gelenkschwellung und Schmerzen treten ganz allmählich ein, einhergehend mit einer allmählichen Verbesserung der Gelenkfunktion. In vielen Fällen wird die vollständige Wirkung erst nach 4 - 6 Monaten erreicht.
Die Wirkungsdauer ist abhängig vom Ausmaß der bereits vorhandenen Gelenkerkrankung. Ist der Knochen schon beschädigt, dann kann die RSO nur noch eine Linderung der Beschwerden bewirken: die Entzündung kommt zum Stillstand, doch die beschädigte Gelenkoberfläche ist nicht mehr zu behandeln. Deshalb gilt: Je früher die fortschreitende Gelenkentzündung behandelt wird, desto größer ist der Behandlungserfolg.

Strahlenbelastung

Die für die RSO verwendeten Radionuklide sind reine Beta-Strahler mit einer extrem kurzen Reichweite. Das bedeutet, dass die Strahlen nur bis in die Gelenkinnenhaut treffen und dort ihre heilende Wirkung ausüben. Angrenzendes Gewebe wird nicht beschädigt.
Aus diesem Grunde kann die Behandlung ambulant und ohne jegliche Strahlenschutzmaßnahmen für den Patienten oder seine Umgebung durchgeführt werden.